von Hertmanni

Person · Generation V

Marie-Gertrude de Hertmannigetauft 12. Februar 1675, Sankt Kunibert, Köln · gestorben 1713/1714, vermutlich Grand’Han

T1 Taufe Kirchenbuch St. Kunibert, 1675
T1 Beide Ehen Verträge 1701 & 1710, cote 8
T1 Ihre Unterschrift Bl. 0138 & 0148
Q Sterbedatum 1713/14, noch offen

Sie war die Schwester des ersten Freiherrn und ging den entgegengesetzten Weg. Wilhelm Joseph blieb in Köln, stieg zum Reichsfreiherrn auf und behielt den Namen, während sein Blut versiegte. Marie-Gertrude ging in die Ardennen, führte eine Schmiede, gebar sieben Kinder in zwei Ehen — und ihr Blut lebt bis heute, doch ihr Name erlosch schon mit ihren Töchtern. Das Buch trägt sie: das Blut, das den Namen verlor.

Die eigene Hand

In einem Haus, das voll war von Bildnissen seiner Vorfahren, hängt kein Bild von ihr. Das Inventar von 1705 zählt die Porträts seiner Großeltern, seiner Urgroßmutter, seiner ersten Tochter — und keines von der Frau, die sie zählte. Was von ihr bleibt, ist nicht ein Gesicht, sondern eine Unterschrift, viermal unter ihre eigenen Prozessschriften gesetzt: Duplique, Quadruplique — zweite und vierte Erwiderung. Sie antwortete, und sie antwortete wieder.

Eigenhändige Unterschrift „Marie Gertrude de Hertmanni, Dame de St Ode, relicte“ am Fuß ihrer Duplique.
„Marie Gertrude de Hertmanni, Dame de St Ode, relicte“relicte, Witwe. Ihre eigenhändige Unterschrift am Fuß ihrer Duplique, der zweiten Erwiderung in dem Erbstreit, den sie selbst führte. T1 — AEA Arlon, Château de Sainte-Ode, cote 8, Bl. 0138.
Rotes Wachssiegel mit dem Piret-Baum.
Und ihr Wappen im roten Wachs: der Piret-Schild des Allianzsiegels auf Bl. 0243 trägt einen Baum. T1 — cote 8, Bl. 0243. Blasonierung ausstehend; siehe Offene Fragen.

Die Taufe

Getauft an Sankt Kunibert, am nördlichen Ende Kölns, wo die romanische Kirche über dem Rhein steht. Der Eintrag im Wortlaut:

St. Cunibert 1675, die 12. Febr. baptizavi Mariam Gertrudem, filiam clarissimi D. licentiati Joannis Bernardi Hertmanni, in electorali commissariatu iudicii commissarii, et virtuosae Gertrudis Widenfelt. Susceptores: Josephus Hildebrandus Widenfelt, cuius loco clarissimus D. Philippus Wilhelmus Hertmanni, et virtuosa Maria Gertrudis Richmunt.

Kirchenbücher St. Kunibert, Köln, 78, 201 · zitiert bei K. Pellmann, Die Familie Hertmanni (Cleve 1928), S. 70, Nr. 138 · Taufpate war eigentlich der Onkel Joseph Hildebrand Widenfelt; an seiner Stelle trat Philipp Wilhelm Hertmanni. T1

Ihre Eltern: Johann Bernhard Hertmanni (getauft 1. Mai 1647, St. Alban, Köln), kurkölnischer Hofgerichtskommissar, und Gertrud Wolf von Weidenfeld (14. Dezember 1647 – 15. September 1695). Das Weidenfeld-Wappen ist dunkelgrün mit einem Reh — die Farbe und das Tier, die durch dieses ganze Buch laufen. Ihr Bruder ist Wilhelm Joseph, der erste Freiherr; ihre Schwester Maria Anna heiratete nach Jülich, und in deren Haus begann alles Weitere.

Erste Ehe · Lambert Piret de Sainte-Ode

Der Ehevertrag wurde am 3. November 1701 zu Jülich geschlossen — nicht in den Ardennen, sondern in der Residenz der pfalz-neuburgischen Wittelsbacher, wo ihre Schwester lebte und wo der Hof saß, dem ihr Haus seit zwei Geschlechtern diente. Der Bräutigam kam zu ihr. Zeugen waren der Bruder Wilhelm Joseph und der Schwager von Hägen.

Der Mann trug einen doppelten Namen: die Urkunden nennen ihn Spier, die Familie kannte ihn als Piret, und Piret de Ste Ode unterschrieb er selbst, sein Wappen in rotem Wachs. Ein Name, der im Recht überlebte, während das Blut vergaß, wer ihn trug — das Thema des Buches in einer einzigen Person. Lambert starb am 3. Mai 1705. Aus der Ehe zwei Töchter: Suzanne-Françoise und Marie-Anne-Louise de Piret.

Ehevertrag 3. Nov. 1701, Jülich · L’ère du fer, Annales de l’Institut archéologique du Luxembourg, Bd. 124–125 (1993–94), S. 592 T2 · Filiation der Töchter bezeugt in AEA Arlon, cote 8, Bl. 0060 und 0064 T1 · Ort Jülich nach L’ère du fer, noch nicht urkundlich bestätigt.

Zweite Ehe · François-Antoine de Cassal

Nach fünf Jahren als Witwe und Herrin der Schmieden heiratete sie um 1710 François-Antoine de Cassal, Propst und Großgrafen von Durbuy, Herr zu Grand’Han und Soy. Aus dieser Ehe fünf Kinder: Antoine-Ignace (1710), Charles-Oger (1711), Pierre-François (1712) und am 17. November 1713 die Zwillinge Claire-Josèphe und Suzanne-Gertrude — getauft zu Grand’Han, mit ihrer Halbschwester Suzanne-Françoise als Patin.

Eine Woche nach dieser Taufe verliert sich ihre Spur. Wann genau sie starb, ist die letzte offene Frage — siehe Offene Fragen.

Ehe um 1710, Kontrakt 10. Jan. 1710 · fünf Kinder nach ANB 1900 und den Grand’Han-Taufregistern T1 · Die Filiation der Piret-Töchter, lange bestritten, ist heute durch drei unabhängige Ordnungen gesichert: zwei gegnerische Schriftsätze in cote 8, die Eisenforschung, und den Kassationsprozess von 1805. T1

Das Wappen

Ihr eigenes Wappen ist das Hertmanni-Wappen ihres Vaters. Das Wappen ihres ersten Mannes — Piret de Sainte-Ode — ist eine offene Frage: 1957 beschrieben als „d’argent à l’arbre de sinople, sa racine chargée“ (in Silber ein grüner Baum, die Wurzel bezeichnet), aber auf der Wappentafel von 1928 blieb der Piret-Schild nicht ausgezeichnet, ungezeichnet. Der Baum, der im Schild an der Wurzel bezeichnet ist, gibt dem zweiten Band seinen Namen — und ist bis heute nicht gesichert dargestellt. Siehe Offene Fragen.


Verwandte Seiten folgen: der Bruder Wilhelm Joseph, die Töchter Suzanne-Françoise und Marie-Anne-Louise, die Akten von cote 8. Diese Personenseite wird erweitert, sobald die Ausfertigungen aus Malines und Arlon eingetroffen sind.

Nachkommenschaft

Stammen Sie von dieser Linie ab?

Marie-Gertrudes Blut lief über ihre Tochter Suzanne-Françoise weiter, durch die Familien de Racine d’Ormoy, de Favereau und d’Aspremont-Lynden. Wenn Sie zu dieser Nachkommenschaft gehören oder Überlieferungen dazu besitzen, schreiben Sie mir — behutsam, ohne Eile, und ohne dass irgendein lebender Name hier je genannt würde.

research@von-hertmanni.de